Aktivierung des CB2-Rezeptors lindert HIV-assoziierte neurokognitive Störungen

Der folgende Text ist die auszugsweise Übersetzung des Abstracts einer kürzlich erschienen Studie von Purohit et al. (siehe Quelle am Ende des Beitrags).

Cannabinoid-Rezeptor-2 und HIV-assoziierte neurokognitive Störungen

Abstract

Trotz weit verbreiteter Anwendung der Hochaktiven antiretrovirale Therapie (HAART), sind milde Formen von HIV-assoziierten neurokognitiven Störungen (HAND) nach wie vor weitverbreitet. Patienten, die mit HAART behandelt wurden, zeigen niedrige Virämie-Spiegel und subtile, aber biologisch wichtige Anzeichen von Makrophagen im Hirn und einer Aktivierung der Mikroglyazellen. Es sind begleitende Strategien notwendig, um HIV-1-Infektionen zu eliminieren und die Immunaktivierung sowie die damit verbundene Entzündung des Nervengewebes zu unterdrücken.

In diesem Zusammenhang stellt die Aktivierung des Cannabinoid-Rezeptors-2 (CB2) eine vielversprechende Methode dar, HAND zu mildern, indem sie die HIV-Replikation hemmt, Entzündungen abklingen lässt, die Chemokin-ähnliche Aktivierung der viralen neurotoxischen Proteine unterdrückt (zum Beispiel Tat und HIV-1gp120) und damit dem Verlust von Neuronen und Synapsen vorbeugt. Die Hemmung der HIV-Replikation auf sogar niedrigem Niveau kann neuronale Verletzungen vermindern, indem sie die Produktion von Neurotoxinen abnehmen lässt.

[…]

Es wurde angeregt, dass CB2-Antagonisten außerdem HAND bei HIV-infizierten Patienten auf HAART bessern könnte. Darüber hinaus könnte die CB2-Aktivierung Hirnschäden [vorbeugen*], indem sie die Abhängigkeit von Drogen mildert.

Quelle: Purohit, V., Rapaka, R.S., Rutter J.: „Cannabinoid Receptor-2 and HIV-Associated Neurocognitive Disorders“ in J Neuroimmune Pharmacol., Ebub (vor Druck) 12.07.2014; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25015040

* „blunt“ im englischsprachigen Original

Fallstudie: THC kann ADHS-Symptome lindern

Aus einer Fallstudie der Universität Heidelberg aus dem Jahr 2008 geht hervor, dass Cannabis-Konsum über eine Linderung der Symptome von ADHS die Verkehrstüchtigkeit von ADHS-Patienten verbessern kann. Der folgende Text ist eine auszugsweise Übersetzung der Studie. Den Volltext des englischsprachigen Originals können Sie auf den Seiten von cannabis-med.org unter http://bit.ly/VZYRec einsehen. [Bitte beachten Sie die Quellen- und Copyright-Angabe am Ende dieses Beitrags.]

Fallstudie

Cannabis bessert die Symptome von ADHS

Peter Strohbeck-Kuehner, Gisela Skopp, Rainer Mattern

Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin, Universität Heidelberg
Medizinisches Zentrum, Voss Str. 2, D-69115 Heidelberg, Deutschland

Abstract

Das Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist charakterisiert durch Aufmerksamkeitsdefizite und ein verändertes Aktivierungsniveau. Der Zweck dieser Fallstudie war es, hervorzuheben, dass Menschen mit ADHS in einigen Fällen vom THC-Konsum profitieren können. Ein 28-jähriger Mann, der nüchtern unangemessenes Verhalten an den Tag legte und sehr unausgeglichen und unaufmerksam zu sein schien, mutete völlig unauffällig an, wenn er einen sehr hohen Delta-9-Tetrahydrocannabinol-(THC-)Blutplasmaspiegel aufwies. Leistungstests, die mit den Testbatterien ART2020 und TAP durchgeführt wurden, ergaben hinreichende und teilweise überdurchschnittliche Ergebnisse im Hinblick auf die Fahrtüchtigkeit. Daher muss in Betracht gezogen werden, dass THC im Fall von ADHS atypische Effekte haben und zu einer verbesserten Fahrtüchtigkeit führen kann.

[…]

Schlussfolgerung

Die vorliegende Fallstudie legt nahe, dass Individuen, die an ADHS leiden […] in einigen Fällen von einer Cannabis-Behandlung profitieren können, insofern, als dass sie die Aktivation auf ein Niveau regulieren zu können scheint, das als optimal für die Performanz angesehen werden könnte. Es gab Indizien dafür, dass der Konsum von Cannabis eine positive Auswirkung auf die Performanz, das Verhalten und den Geisteszustand der Versuchsperson hatte.

Die vorliegende Fallstudie bekräftigt frühere Daten von Müller-Vahl et al., was nahelegt, dass Menschen, die am Tourette-Syndrom leiden, keine kognitiven Schäden durch eine Behandlung mit THC davontragen. Das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom ist eine neuronale Verhaltensstörung und wird mit motorischen und vokalen Ticks sowie Verhaltens- und kognitiven Problemen assoziiert. Die Autoren nahmen außerdem an, dass die Effekte von Cannabinoiden auf Patienten anders ausfallen können als auf gesunde Konsumenten, was eine Beteiligung des zentralen Cannabinoidrezeptorsystems in der Pathologie der Störung nahelegt. Dieselbe Schlussfolgerung kann auch aus früheren Studien und dem vorliegenden Fallbericht gezogen werden, obwohl weitere Informationen über diese atypischen Effekte zur Verfügung stehen müssen und die zugrundeliegenden Mechanismen noch zu erläutern sind.

Quelle: Strohbeck-Kuehner et al.: „Case report: Cannabis improves symptoms of ADHD“ in Cannabinoids, 2008, 3(1):1-3; http://bit.ly/VZYRec – © International Association for Cannabis as Medicine

Cannabinoide & Magnesium bei Diabetes

Im Folgenden wiedergegeben ist der Anfang eines Artikels von Dr. Mark Sircus, der in deutscher Übersetzung im NEXUS-Magazin #49 erschienen ist. Der volle Artikel ist auf den Seiten des NEXUS-Magazins kostenfrei lesbar.

Diabetes, Cannabinoid-Therapie & Magnesium

von Dr. Mark Sircus

Jeder zehnte Deutsche leidet an Diabetes Typ 2. Die wenigsten Patienten aber sind sich darüber bewusst, dass viele gängige Medikamente ihre Situation langfristig verschlimmern statt zu lindern. Neue Erkenntnisse führen die Entstehung von Diabetes auf Entzündungen zurück, die durch einen Magnesiummangel hervorgerufen werden. Die Cannabinoide aus medizinischem Marihuana könnten Abhilfe schaffen.

Die Forscher gelangten zu der Überzeugung, dass die Bestätigung der immunmodulatorischen Eigenschaften von CBD „zur klinischen Anwendung dieser Substanz zur Prävention von Diabetes Typ 1“ und möglicherweise auch anderen Autoimmunkrankheiten führen könnte. Sie erklärten, dass viele Patienten, die die Diagnose Diabetes Typ 1 erhalten, noch über genügend Insulin produzierende Zellen verfügen und somit als Kandidaten für eine Immunmodulations-Therapie in Frage kommen.

Bioaktive Cannabinoide entfalten entzündungshemmende Wirkungen. Marihuana kann in äußerlich aufzutragenden Cremes verwendet werden, um neuropathische Schmerzen oder Kribbeln in Händen und Füßen zu lindern. Cannabis hilft gegen das diabetisch bedingte „Restless-Legs-Syndrom“ (RLS), sodass die Patienten besser schlafen können. „Den Patienten wird empfohlen einen Vaporizer zu verwenden oder Cannabis zu rauchen, um besser einschlafen zu können.“

Studien zeigen, dass THC die Folgen der Insulinresistenz weitgehend aufhebt. Die Ergebnisse stützen frühere Erkenntnisse, wonach das Rauchen von Cannabis den Blutzuckerspiegel von Diabetikern senkt (Gallant, Odei-Addo, Frost, Levendal, 2009).

Cannabidiol schützt die retinalen Neuronen, indem es die Glutaminsynthetase-Aktivität auch im Falle einer Diabeteserkrankung aufrechterhält. Im Rahmen neuerer Forschungen über die Modulation der Cannabinoidrezeptoren im menschlichen Körper fand Dr. Gregory I. Liou, ein Molekularbiologe des Medical College von Georgia heraus, dass Cannabidiol (eine Cannabisverbindung) das Überhandnehmen durchlässiger Blutgefäße in den Augen, das mit diabetischer Retinopathie einhergeht, verhindern kann. In den Vereinigten Staaten stellt die diabetische Retinopathie, die als Hauptursache für Erblindungen gilt, für mehr als 16 Millionen erwachsene Amerikaner ein großes Gesundheitsproblem dar. [Weiterlesen]

[Video] Erfahrungsbericht: Cannabis-Öl bei Hautkrebs

In diesem englischsprachigen Videobericht dokumentiert ein Amerikaner namens David Triplett, wie er seinen Hautkrebs mit „Hash-Oil“ (Cannabis-Öl, RSO) erfolgreich überwunden hat. Darüber hinaus erzählt er, wie er selbst auf das Mittel aufmerksam geworden ist.

Das Video mit dem Titel „Cured: A Cannabis Story (A film by David Triplett)“ wurde am 06.07.2010 vom Nutzer chrychek auf YouTube.com veröffentlicht (http://youtu.be/0tghUh4ubbg).

[Video] Cannabis als Medizin: Anhörung zur Rechtslage (Bundestag)

Aus der Videobeschreibung des Nutzers bewusstseinsbeweger:

„Öffentliche Anhörung zum Antrag der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Birgitt Bender, Maria Klein-Schmeink, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Zugang zu medizinischem Cannabis für alle betroffenen Patientinnen und Patienten ermöglichen BT-Drucksache 17/6127; Berlin, den 09.05.2012

Prof. Dr. Lorenz Böllinger, Sprecher des Schildower Kreises zu grundsätzlichen rechtlichen Fragen beim Thema Cannabis als Medizin

Quelle: Deutscher Bundestag“

Video: bewusstseinsbeweger: „Lorenz Böllinger (Schildower Kreis) zu rechtlichen Fragen beim Thema Cannabis als Medizin“ auf Youtube.com, 17.03.2013; http://youtu.be/BreVHlUIWDU

Erfahrungsbericht: RSO bei Lymphkrebs mit Lebermetastasen

Aktualisiert im März 2017

Der folgende Beitrag der Patientin Anna ist aus zwei Kommentaren zusammeneditiert, die sie unter einem Artikel über das Rick-Simpson-Öl genannte medizinische Cannabisöl hinterlassen hat. Die Kommentare sind hier auf das Wesentliche heruntergebrochen. [Anm.: Die Originalkommentare waren ursprünglich im Beitrag verlinkt, da die Zielseite mittlerweile nicht mehr am Netz ist, haben wir die Links gelöscht.]

Aus dem 1. Kommentar vom 04.05.2014:

[…] Seit nunmehr 4 Monaten behandele ich mich mit Cannabisöl [RSO]. (Chemo Ende März abgebrochen, habe Lymph- und Leberbefall.) Nun wurde am Freitag bei der Nachsorge der erste positive Rückgang verzeichnet. […]

Aus dem 2. Kommentar vom 21.06.2014:

[…] Ich nehme seit ca. fünf Monaten das Öl in der „festen Form“ ein [als dickflüssige „Paste“]. […] Ich hatte mit der Ungeduld zu kämpfen, da ich zu den so genannten Spätzündern gehöre; der erste Erfolg war bei mir erst nach drei Monaten zu erkennen. […]

Die Lebermeastasierung ist rückgängig. (Stand heute: über 30% Rückgang) und mein Allgemeinzustand hat sich stark verbessert. Ich bin total glücklich. […]

Erfahrungsbericht: Cannabis beim Goodpasture-Syndrom*

Der folgende übersetzte Erfahrungsbericht eines Autoimmun-Patienten namens Matty Kush Harton ist der Facebook-Seite von Rick Simpson entnommen und wurde dort am 19.06.2013 veröffentlicht.

„Heute ist der Tag, auf den ich gewartet habe. Ich halte nun Indizien in meiner Hand, die BELEGEN, dass Cannabis hilfreich zur Behandlung meines Zustands gewesen ist. Es handelt sich um einen Briefwechsel zwischen meinen [behandelnden] Ärzten.

Für jene, die es nicht wissen: Lasst mich euch auf den Stand bringen. Ich habe eine Autoimmunkrankheit, welche die Lunge und die Nieren angreift. Lange Zeit litt ich unter allen möglichen Problemen und brauchte eine Chemotherapie, nur um zu gewährleisten, dass die Anfälle meinem Körper keinen Schaden zufügten.

Nachdem ich bereits eine Weile Cannabis-Konsument gewesen war und dann eine Zeitlang Cannabis-Extrakt [RSO; Rick-Simpson-Öl] eingenommen hatte, war es mir möglich, all meine Medikamente abzusetzen. Darum versuche ich seit ungefähr zwei Jahren, Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken und habe meinem Nierenfacharzt jüngst einen großen Haufen Rechercheergebnisse präsentiert und ihn angehalten, eine ganze Reihe von Bluttests [an mir] durchzuführen.

Hier [, in diesem Briefwechsel, ] erkennt mein Nierenfacharzt an, dass Cannabis mir geholfen hat, meine Symptome zu überwinden und dass es einen positiven Effekt auf meinen Blutdruck hatte (was sehr wichtig ist im Verlauf einer chronischen Nierenkrankheit). Meine sämtlichen Blutwerte haben sich verbessert und meine Anti-GBM (der Teil des Immunsystems, der die Nieren und die Lunge angreift) liegen im NORMALEN BEREICH [Anti-GBM = Antikörpern gegen die glomeruläre Basalmembran].

Der Arzt hat auch festgestellt, dass all meine angeführten Symptome wie Entzündung, Hämaturie (Blut im Urin), Husten, Hämoptyse (Blut in der Lunge), Kurzatmigkeit und so weiter gelindert sind. Und das, obwohl ich in den letzten zwei Jahren KEINE konventionellen Medikamente eingenommen habe. Meine Gesundheit ist stabil aufgrund des Cannabis.

Blutwerte verbessern sich nicht einfach, wenn Sie eine progressive Nierenkrankheit haben; das ist bemerkenswert.“

– Matty Kush Harton

* Dass es sich um das Goodpasture-Syndrom handelt, schreibt der Patient in einem Bericht an seinen Arzt, den er auch auf Facebook veröffentlicht hat.

Fachvortrag: Cannabis als Medizin? Aber natürlich!

Am 13.11.2013 sprach der Physiker Maximilian Plenert vor dem Fraktionssitzungssaal der GRÜNEN in Mainz über die Anwendungsgebiete von Cannabis, über Cannabis als Medizin weltweit sowie Cannabismedikamente in Deutschland.  Plenert ist Mitglied im Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik (akzept e.V.).

Teil 1/3

Teil 2/3

Teil 3/3

Europas erstes Ladenlokal für CBD-Produkte öffnet in Amsterdam

Anfang Juni eröffnete in den Niederlanden die CBD Dispensary Amsterdam, das europaweit erste Ladengeschäft für CBD-haltige Produkte. CBD (Cannabidiol) ist einer der medizinisch wirksamen Stoffe der Cannabis-Pflanze und findet Anwendung in der linderung und Heilung diverser Krankheiten. Im Gegensatz zum THC wirkt es nicht berauschend und ist in den meisten Ländern der Welt legal. Das Geschäft kann seit dem 05. Juni 2014 auf der Oudezijds Voorburgwal 242 in Amsterdam besucht werden.

Quelle: Eli (Kein Wietpas!): „Der erste europäische Medical Marijuana Store öffnet seine Türen in Amsterdam“ auf keinwietpas.de, 04.06.2014; http://bit.ly/1hFgQ3w

Anmerkung: Immer wieder verwechseln Menschen CBD-Öl mit RSO (Rick-Simpson-Öl). RSO wird von einer stetig wachensen Anzahl von Menschen zur Behandlung von Krebs genutzt. Im RSO muss jedoch immer auch THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten sein, damit es seine volle Wirkung entfalten kann (optimales Verhältnis THC:CBD = 4:1). Reines CBD-Öl kann zwar auch positive Effekte bei Krebs zeitigen, jedoch lange nicht die Erfolge herbeiführen, von denen Anwender des RSOs berichten. Wegen seines hohen THC-Gehalts ist RSO auch in den Niederlanden nach wie vor nicht legal erhältlich.

Umfrage: Cannabis am wirksamsten bei Fibromyalgie

Von vier zugelassenen Medikamenten zur Behandlung von Symptomen der Fibromyalgie stellte sich Cannabis in einer Online-Umfrage unter gut 1.300 Fibromyalgie-Patienten als das subjektiv wirksamste Mittel heraus. In der Umfrage der US-amerikanischen National Pain Foundation und des National Pain Report der USA hatten über 60 Prozent der Befragten angegeben, dass Cannabis „sehr wirksam“ gegen die Fibromyalgie-Symptome sei. Für alle drei anderen Medikamente lagen die Werte bei acht bis zehn Prozent.

Weitere Informationen und Links in der Quelle: Plenert, M. (DHV): „Cannabis wurde in einer Umfrage als am wirksamsten bei der Behandlung der Fibromyalgie beurteilt“ auf hanfverband.de, 29.05.2014; http://bit.ly/SAA2Ds