Sicherheit und Effizienz von Cannabisöl bei Demenz

Sicherheit und Effizienz von medizinischem Cannabisöl für Verhaltens- und Psychologie-Symptome von Demenz

In einer offenen Studie an elf Alzheimer-Patienten führte eine Gruppe von sieben Wissenschaftlern Messungen zur Effizienz und Sicherheit von THC-haltigem Cannabisöl durch. Speziell THC gilt als potentielles Mittel zur Linderung der psychischen Symptome und Verhaltensstörungen bei Demenz. Die Patienten wurden vier Wochen mit Cannabisöl als Zusatz zur Therapie mit Pharmazeutika behandelt und beobachtet. Zehn Patienten beendeten die Studie, bei der signifikante Rückgänge maßgeblicher Symptomer wie Wahnvorstellungen, Reizbarkeit, Aggression oder Apathie festgestellt wurden. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass medizinisches Cannabisöl als sicherer und vielversprechender Zusatz in der Behandlung anzusehen ist.

Erschienen ist die Studie im Journal of Alzheimer’s Disease am 12. Januar 2016. Sie kann auf iospress.com kostenpflichtig heruntergeladen werden.

Quelle: PubMed.gov, 16.01.2016, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26757043

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Studie: Cannabidiol (CBD) schützt vor alkoholbedingter Fettleber

Chinesische und US-amerikanische Wissenschaftler haben in Versuchen mit Mäusen die Wirkungen von Cannabidiol (CBD) auf stark alkoholbelastete Mäuselebern untersucht. Wie beim Menschen führt fortgesetzter Alkoholkonsum auch bei Mäusen zur sogenannten Fettleber, die u.a. durch oxidativen Stress und die „Selbstzerfleischung“ von Zellen (Autophagie) entsteht. Die Forscher stießen bei ihren Untersuchungen auf mehrere Mechanismen, mit denen CBD die degenerativen Prozesse in der Mäuseleber hemmt. Die Studie wurde im Fachjournal Free Radical Biology and Medicine veröffentlicht. Sie kann online auf Sciencedirect eingesehen werden.

Quelle: ScienceDirect.com, 04.01,2014, http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0891584913015670

100 wissenschaftliche Studien zu Cannabis bei Krebs

*** aktualisiert am 08.02.2016 ***

Wie Higher Perspective meldet, ist die Zahl der Studien, die den medizinischen Nutzen von Cannabis bei Krebs be- oder zumindest nahelegen, mittlerweile dreistellig geworden. Dennoch ist die Heilpflanze in den meisten Ländern der Welt als illegale Droge mit hohem Missbrauchspotenzial und ohne (oder mit bedingtem) medizinischen Nutzen klassifiziert. Ändern wird sich das wohl erst, wenn einwandfreie Humanstudien vorliegen, die keinen Zweifel mehr zulassen. Bis das passiert, liegt es in den Händen der Patienten sich zu informieren und eine Entscheidung zu treffen.

Unter der Meldung auf Higher Perspective finden Sie eine Linkliste zu sämtlichen Studien sowie eine spannende Filmdokumentation, in der führende Wissenschaftler über den Einfluss von Cannabis auf die menschliche Gesundheit sprechen. Weitere Studien zur Wirkung von Cannabis und Cannabidoiden bei unterschiedlichen Leiden finden Sie hier.

Update

Einen weiteren Artikel zu diesem Thema mit einigen nach verschiedenen Krebsarten unterteilten Beispielen wurde am 17.05.2015 auf Wakeup-World.com veröffentlicht: http://wakeup-world.com/2015/05/17/over-100-scientific-studies-agree-cannabis-annihilates-cancer/

Quelle: Higher Perspective, Oktober 2015, http://www.higherperspectives.com/there-are-now-100-scientific-studies-that-prove-cannabis-cures-cancer-1429984852.html

Cannabis bei Diabetes

Auf seiner Facebook-Seite behauptet Cannabis-Öl-Ikone Rick Simpson:

„Diabetiker, denen die Krankheit gerade erst diagnostiziert wurde, sind normalerweise einfach zu heilen, oft sind sie in kurzer Zeit krankheitsfrei. Aber bei Patienten, die schon lange Zeit betroffen sind und seit Jahren an den Auswirkungen der Krankheit leiden, braucht es meist länger. Selbst schwer geschädigte Patienten können innerhalb von sechs Wochen kein Insulin mehr brauchen, wenn sie hochwertiges Öl sachgemäß einnehmen. Leider kann es viel länger dauern, bis die Schäden geheilt werden, die im Körper entstehen – aber wenn man sich genug Zeit nimmt, können die meisten davon kuriert werden.“

Quelle: Zitat auf Rick Simpsons offizieller Facebook-Seite, 15.08.2013; http://on.fb.me/1DSuqXR

Ist diese Aussage haltbar? Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Artikel und Studien zum Thema Cannabis und Diabetes vor – bitte machen Sie sich Ihr eigenes Bild: Weiterlesen

Rezeptoren CB2 und GPR55 verantwortlich für Cannabis-Wirkung bei Krebs

Der folgende Text ist die editierte Übersetzung des Abstracts einer Studie von Moreno et al. (siehe Quelle am Ende des Beitrags). Die Links, Erklärungen in eckigen Klammern und die optische Strukturierung wurden zum leichteren Verständnis von HanfHeilt.net hinzugefügt.

CB2-GPR55-Rezeptor-Hetomere modulieren die Kommunikation in Krebszellen

Abstract

Die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren CB2 (CB2R) [Cannabinoid-Rezeptor 2] und GPR55 kommen in erhöhter Zahl in Krebszellen und menschlichen Tumoren vor. Da eine Modulation der GPR55-Aktivität durch Cannabinoide angeregt worden ist, analysierten wir, ob dieser Rezeptor an den Effekten von Cannabinoiden auf Krebszellen beteiligt ist. Hier [in dieser Studie] zeigen wir auf,

  • dass CB2R und GPR55 in Krebszellen Heteromere bilden;
  • dass diese Strukturen einzigartige Signaleigenschaften aufweisen;
  • und dass die Modulation dieser Heteromere die antitumorische Eigenschaft von Cannabinoiden in vivo beeinflussen kann.

Diese Erkenntnisse legen die Existenz bisher unbekannter Signalplattformen offen, die dabei helfen, das komplexe Verhalten von Cannabinoiden zu verstehen und die neue Ziele für therapeutische Maßnahmen in der Onkologie darstellen könnten.

Quelle: Moreno, E., Andradas, C., Medrano, M., Caffarel, M.M., Pérez-Gómez, E., Blasco-Benito, S., Gómez-Cañas, M., Pazos, M.R., Irving, A.J., Lluís, C., Canela, E.I., Fernández-Ruiz, J., Guzmán, M., McCormick, P.J., Sánchez, C.: „Targeting CB2-GPR55 Receptor Heteromers Modulates Cancer Cell Signaling.“ in The Journal of biological chemistry, ePub: 18.07.2014 auf JBC.org; http://bit.ly/1oM3bon (Volltext)

Aktivierung des CB2-Rezeptors lindert HIV-assoziierte neurokognitive Störungen

Der folgende Text ist die auszugsweise Übersetzung des Abstracts einer kürzlich erschienen Studie von Purohit et al. (siehe Quelle am Ende des Beitrags).

Cannabinoid-Rezeptor-2 und HIV-assoziierte neurokognitive Störungen

Abstract

Trotz weit verbreiteter Anwendung der Hochaktiven antiretrovirale Therapie (HAART), sind milde Formen von HIV-assoziierten neurokognitiven Störungen (HAND) nach wie vor weitverbreitet. Patienten, die mit HAART behandelt wurden, zeigen niedrige Virämie-Spiegel und subtile, aber biologisch wichtige Anzeichen von Makrophagen im Hirn und einer Aktivierung der Mikroglyazellen. Es sind begleitende Strategien notwendig, um HIV-1-Infektionen zu eliminieren und die Immunaktivierung sowie die damit verbundene Entzündung des Nervengewebes zu unterdrücken.

In diesem Zusammenhang stellt die Aktivierung des Cannabinoid-Rezeptors-2 (CB2) eine vielversprechende Methode dar, HAND zu mildern, indem sie die HIV-Replikation hemmt, Entzündungen abklingen lässt, die Chemokin-ähnliche Aktivierung der viralen neurotoxischen Proteine unterdrückt (zum Beispiel Tat und HIV-1gp120) und damit dem Verlust von Neuronen und Synapsen vorbeugt. Die Hemmung der HIV-Replikation auf sogar niedrigem Niveau kann neuronale Verletzungen vermindern, indem sie die Produktion von Neurotoxinen abnehmen lässt.

[…]

Es wurde angeregt, dass CB2-Antagonisten außerdem HAND bei HIV-infizierten Patienten auf HAART bessern könnte. Darüber hinaus könnte die CB2-Aktivierung Hirnschäden [vorbeugen*], indem sie die Abhängigkeit von Drogen mildert.

Quelle: Purohit, V., Rapaka, R.S., Rutter J.: „Cannabinoid Receptor-2 and HIV-Associated Neurocognitive Disorders“ in J Neuroimmune Pharmacol., Ebub (vor Druck) 12.07.2014; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25015040

* „blunt“ im englischsprachigen Original

Fallstudie: THC kann ADHS-Symptome lindern

Aus einer Fallstudie der Universität Heidelberg aus dem Jahr 2008 geht hervor, dass Cannabis-Konsum über eine Linderung der Symptome von ADHS die Verkehrstüchtigkeit von ADHS-Patienten verbessern kann. Der folgende Text ist eine auszugsweise Übersetzung der Studie. Den Volltext des englischsprachigen Originals können Sie auf den Seiten von cannabis-med.org unter http://bit.ly/VZYRec einsehen. [Bitte beachten Sie die Quellen- und Copyright-Angabe am Ende dieses Beitrags.]

Fallstudie

Cannabis bessert die Symptome von ADHS

Peter Strohbeck-Kuehner, Gisela Skopp, Rainer Mattern

Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin, Universität Heidelberg
Medizinisches Zentrum, Voss Str. 2, D-69115 Heidelberg, Deutschland

Abstract

Das Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist charakterisiert durch Aufmerksamkeitsdefizite und ein verändertes Aktivierungsniveau. Der Zweck dieser Fallstudie war es, hervorzuheben, dass Menschen mit ADHS in einigen Fällen vom THC-Konsum profitieren können. Ein 28-jähriger Mann, der nüchtern unangemessenes Verhalten an den Tag legte und sehr unausgeglichen und unaufmerksam zu sein schien, mutete völlig unauffällig an, wenn er einen sehr hohen Delta-9-Tetrahydrocannabinol-(THC-)Blutplasmaspiegel aufwies. Leistungstests, die mit den Testbatterien ART2020 und TAP durchgeführt wurden, ergaben hinreichende und teilweise überdurchschnittliche Ergebnisse im Hinblick auf die Fahrtüchtigkeit. Daher muss in Betracht gezogen werden, dass THC im Fall von ADHS atypische Effekte haben und zu einer verbesserten Fahrtüchtigkeit führen kann.

[…]

Schlussfolgerung

Die vorliegende Fallstudie legt nahe, dass Individuen, die an ADHS leiden […] in einigen Fällen von einer Cannabis-Behandlung profitieren können, insofern, als dass sie die Aktivation auf ein Niveau regulieren zu können scheint, das als optimal für die Performanz angesehen werden könnte. Es gab Indizien dafür, dass der Konsum von Cannabis eine positive Auswirkung auf die Performanz, das Verhalten und den Geisteszustand der Versuchsperson hatte.

Die vorliegende Fallstudie bekräftigt frühere Daten von Müller-Vahl et al., was nahelegt, dass Menschen, die am Tourette-Syndrom leiden, keine kognitiven Schäden durch eine Behandlung mit THC davontragen. Das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom ist eine neuronale Verhaltensstörung und wird mit motorischen und vokalen Ticks sowie Verhaltens- und kognitiven Problemen assoziiert. Die Autoren nahmen außerdem an, dass die Effekte von Cannabinoiden auf Patienten anders ausfallen können als auf gesunde Konsumenten, was eine Beteiligung des zentralen Cannabinoidrezeptorsystems in der Pathologie der Störung nahelegt. Dieselbe Schlussfolgerung kann auch aus früheren Studien und dem vorliegenden Fallbericht gezogen werden, obwohl weitere Informationen über diese atypischen Effekte zur Verfügung stehen müssen und die zugrundeliegenden Mechanismen noch zu erläutern sind.

Quelle: Strohbeck-Kuehner et al.: „Case report: Cannabis improves symptoms of ADHD“ in Cannabinoids, 2008, 3(1):1-3; http://bit.ly/VZYRec – © International Association for Cannabis as Medicine

Cannabis reduziert Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung

„Cannabis ist bei einigen Patienten mit einer Reduzierung von Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) verbunden. Das ist das Ergebnis einer Durchsicht von Patientenakten von 80 Patienten mit PTBS, die Cannabis nach dem Gesetz für medizinischen Cannabis des Staates Neumexiko verwendet haben. Die Analyse wurde von Dr. George Greer aus Santa Fe und seinen Kollegen von der Universität von Kalifornien in Los Angeles und Sun Diego im Journal of Psychoactive Drugs veröffentlicht.“

Weiterlesen in den IACM-Informationen vom 19. April 2014 auf cannabis-med.org; http://bit.ly/1nVHs2N

Zur Studie: Greer, G.R. et al.: „PTSD symptom reports of patients evaluated for the New Mexico medical cannabis program.“ in J Psychoactive Drugs, 2014, 46(1):73-7, online auf tandfonline.com, 11.03.2014; http://bit.ly/1kCgZ7X

Cannabis reduziert METH-bedingte Hirnschäden

Einer Studie von Castelli et al. zufolge kann Cannabis dabei helfen, die schädlichen Auswirkungen von Methamphetamin auf das Gehirn zu lindern. „Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass Δ9-THC METH-bedingte Hirnschäden reduziert“, heißt es im Abstract der Arbeit.

Zur Studie: Castelli, M.P. et al.: „Δ9-tetrahydrocannabinol prevents methamphetamine-induced neurotoxicity.“ in PLoS One, 2014, 9(5):e98079, online auf ncbi.nlm.nih.gov, Mai 2014; http://1.usa.gov/SJSI49 (aufgerufen: Mai 2014)

Deutsche Kurzzusammenfassung der Ergebnisse: „Cannabis hilft Chrystal-Opfern“ auf HanfJournal.de, 26.05.2014; http://bit.ly/1jX6coI (aufgerufen: Mai 2014)